Neustart auf See

Die Pandemie hat Kreuzfahrtanbieter dazu gezwungen, ein stärkeres Augenmerk auf die Rechte der Kunden zu legen, da der Verbraucherschutz nun eine noch stärkere Bedeutung erfährt. Mit Beginn der Corona-Impfungen keimt Hoffnung auf und der Neustart für den Urlaub auf dem Wasser hat begonnen.

Lesezeit 4 Minuten
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Wer eine Kreuzfahrt bucht, schließt einen Reisevertrag ab, denn eine Kreuzfahrt ist eine Pauschalreise, auch wenn die An- und Abfahrt zum Schiff anderweitig gebucht wird.

Informationspflichten

Der Reiseveranstalter, d.h. der Vertragspartner des Reisekunden, muss den Kunden bereits vor dem Vertragsabschluss detailliert über Einzelheiten der Reise informieren.
Anhand dieser umfangreichen Informationen kann der Reisekunde entscheiden, ob er die Reise überhaupt buchen möchte.
So müssen auch genaue Informationen darüber erteilt werden, welche Pass- und Visavorschriften für die jeweiligen Reiseziele gelten.
Ebenso muss der Reiseveranstalter Auskunft darüber geben, welche gesundheitspolizeilichen Vorschriften bei der Einreise auf den Routenzielen zu beachten sind.
Das jeweilige Zielland kann zum Beispiel eine Einreise davon abhängig machen, dass ein negativer Corona-Test vorgelegt werden muss oder gar ein Corona-Impfnachweis Pflicht ist.
Die gesetzliche Regelung zielt zwar darauf ab, dass der Kunde vorvertraglich informiert werden muss, da der Reiseveranstalter aber bessere Kenntnisse von den Zielgebieten hat, muss er den Kunden auch informieren, sollten sich nach der Buchung Änderungen bei den Einreisebestimmungen ergeben.
Der Reiseveranstalter muss den Kunden auch darüber in Kenntnis setzen, dass es sinnvoll ist, eine Reiserücktrittkostenversicherung oder auch eine Unfall- und Auslandskrankenversicherung abzuschließen; über die Leistungen der Versicherungen müssen aber keine Details dargelegt werden.
Hier muss der Kreuzfahrturlauber unbedingt selbst darauf achten, dass seine Reiseversicherungen auch im Pandemiefall Leistungen erbringen, d.h. Corona-Risiken mit abgesichert sind, denn oftmals sind diese Risiken in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen.
Hierzu gehört z.B. der Nichtantritt der Kreuzfahrt wegen einer Corona-Erkrankung oder wegen einer Quarantänemaßnahme, ebenso die Corona-Erkrankung während der Reise.

Corona-Testpflicht

Der Reiseveranstalter kann verlangen, dass der Reisekunde kurz vor der Einschiffung einen Corona-Test machen muss. Hierüber muss er aber bereits im Rahmen der Vertragsverhandlungen hinweisen.
Die Kosten für den Test muss der Reiseveranstalter nicht übernehmen, viele Reiseunternehmen bieten den Test aber inkludiert im Reisepreis an.

Schiffsordnung

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Gehört es in Zeiten der COVID-19-Pandemie zur Schiffsordnung, dass an Bord Masken zu tragen sind, täglich Temperatur gemessen wird oder ein Corona-Schnelltest nach Landgängen gemacht werden muss, sind solche Maßnahmen entschädigungslos hinzunehmen, d.h. es liegt kein Reisemangel vor. Derartige Einschränkungen gehören derzeit weltweit mit zu unserem Alltag.

Rücktritt vom Vertrag

Für den Reisenden besteht die Möglichkeit, jederzeit ohne Angaben von Gründen vom Reisevertrag zurückzutreten. Der Reiseveranstalter kann abe…

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