Icon of the Seas: Ein neuer Kreuzfahrt-Gigant entsteht

In Finnland auf der Werft Meyer Turku ist das größte Kreuzfahrtschiff der Welt mittlerweile zu rund 70 Prozent fertiggestellt: Die Icon of the Seas. Crucero-Autor Christoph Assies hatte als einziger deutscher Journalist die exklusive Gelegenheit für einen Besuch an Bord.

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Tag für Tag arbei­ten rund 2600 Mit­ar­bei­ter der Werft, von Part­ner­un­ter­neh­men und von Roy­al Carib­be­an Inter­na­tio­nal an Bord. Die Icon of the Seas wird das Ers­te von drei geor­der­ten Schif­fen der Icon-Class und Platz für maxi­mal 7600 Pas­sa­gie­re (5610 bei Dop­pel­be­le­gung) bie­ten. „Sie ist die Evo­lu­ti­on von allen Schiffs­klas­sen in unse­rer Flot­te“, beschreibt Roy­al-Carib­be­an-Chef Micha­el Bay­ley den Neu­bau.

Im soge­nann­ten „Site Office“ der Ree­de­rei auf der Werft arbei­tet Iina Joki­nen feder­füh­rend an der Fer­tig­stel­lung der Icon of the Seas. Am 26. Okto­ber soll das Schiff in die Flot­te auf­ge­nom­men wer­den.

Für Joki­nen ist Icon das ers­te grö­ße­re Pro­jekt, an dem sie feder­füh­rend arbei­tet. „Wir sind alle so stolz auf die­ses Schiff, denn es nicht ein­fach nur das größ­te Kreuz­fahrt­schiff der Welt, es steckt voll mit moder­ner Tech­nik und Inno­va­tio­nen, die zuvor so nie­mand rea­li­siert hat“, sagt die 28-Jäh­ri­ge.

Weiterentwicklung von beliebten Bereichen von Quantum- und Oasis-Klasse

Dazu gehört zum Bei­spiel der „Aqua Dome“, der auch das äuße­re Erschei­nungs­bild des Schif­fes ganz vorn, ganz oben prägt. „Das wird eine spek­ta­ku­lä­re Wei­ter­ent­wick­lung von belieb­ten Berei­chen auf ande­ren Schif­fen, wie dem Two70 der Quan­tum-Klas­se und dem Aqua-Theat­re der Oasis-Klas­se“, sagt Nick Weir, Enter­tain­ment-Chef bei Roy­al Carib­be­an. Tags­über kön­nen die Gäs­te einen 220-Grad-Blick auf den Oze­an genie­ßen, abends und nachts ver­wan­delt sich der Bereich in einen Enter­tain­ment-Bereich, in dem ein Was­ser­fall von der Decke inte­griert wird.

Der „Aqua Dome“ besteht aus einer mehr als 300 Ton­nen schwe­ren, 25 Meter hohen und 50 Meter brei­ten Glas- und Alu­mi­ni­um­kon­struk­ti­on. Allein für die­sen Bereich der Icon of  the Seas sind Schiff­bau­in­ge­nieu­rin Iina Joki­nen zufol­ge zwei­ein­halb Jah­re Ent­wick­lungs­ar­beit nötig gewe­sen. „Das Schiff bewegt sich und so war die größ­te Her­aus­for­de­rung, dass der Aqua Dome fle­xi­bel ist, aber nicht zu fle­xi­bel, sodass das Glas bricht“, so die Fin­nin.

Technische Notwendigkeit mit Design kombiniert

Teil der ins­ge­samt acht „Neigh­bo­or­hoods“ sind auch ins­ge­samt sie­ben Pools, wie in „Chill Island“. Hier erstre­cken sich allein vier Schwimm- und Plan­sch­mög­lich­kei­ten. Dar­un­ter ist „Swim & Tonic“, die ers­te soge­nann­te Swim-up-Bar der Ree­de­rei. Die Gäs­te sit­zen dort auf im Was­ser ste­hen­den Bar­ho­ckern.

Am Heck befin­det sich „The Hidea­way“. Hier soll Beach-Club-Fee­ling mit Meer­blick auf­kom­men. Zen­tra­les Ele­ment ist der ers­te „schwe­ben­de“ Infi­ni­ty-Pool auf See. Durch ver­gleichs­wei­se vie­le Pools, teil­wei­se an Stel­len, wo sie auf ande­ren Kreuz­fahrt­schif­fen bis­her nicht ver­baut wur­den, erga­ben sich für die Macher der Icon of the Seas wei­te­re Her­aus­for­de­run­gen. „Wenn sich das Schiff bewegt, bewegt sich auch das Was­ser und wir muss­ten dem­entspre­chend Begren­zun­gen bau­en. Wir haben dafür dann die tech­ni­sche Not­wen­dig­keit mit einem anspre­chen­den Design kom­bi­niert, sodass der Pas­sa­gier den tech­ni­schen Aspekt gar nicht merkt“, erklärt Iina Joki­nen. Her­aus­ge­kom­men sind so „Inseln“ in den Pool-Land­schaf­ten oder Bän­ke inner­halb der Becken für die Pas­sa­gie­re, die gleich­zei­tig die Was­ser­be­we­gun­gen kon­trol­lie­ren.

Effiziente Passagierführung Ziel der Icon-Designer

Über allen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten stand Rai­mund Gschai­der, dem Vice Pre­si­dent Hotel Ope­ra­ti­ons von Roy­al Carib­be­an, zufol­ge auch eine effi­zi­en­te Pas­sa­gier­füh­rung. So habe man bewusst zwei Gang­ways für das Boar­ding in den Haupt­hä­fen Miami und Port Cana­ve­ral vor­ge­se­hen, über die pro Stun­de bis zu 2500 Gäs­te an Bord kom­men kön­nen. Die Lif­te eines fin­ni­schen Her­stel­lers sol­len die Men­schen len­ken, in dem sie ohne Zwi­schen­stopps zu Stoß­zei­ten direkt auf die Decks mit den Restau­rants und Bars fah­ren. „Der Gast muss sich dann ein wenig an die Rou­ten der Lif­te gewöh­nen“, erklärt Gschai­der.

Ins­ge­samt sechs Jah­re hat die Ent­wick­lung der ver­schie­de­nen Kabi­nen an Bord gedau­ert. Micha­el Bay­ley zufol­ge basie­ren die 2805 Kabi­nen in 28 ver­schie­de­nen Kabi­nen­ka­te­go­rien unter ande­rem aus dem Feed­back der Roy­al-Pas­sa­gie­re aus den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren. So kön­nen bei­spiels­wei­se 70 Pro­zent aller Kabi­nen zu Fami­li­en­ka­bi­nen zusam­men­ge­fasst wer­den.  Dar­un­ter sind spe­zi­el­le Fami­li­en­un­ter­künf­te für fünf und mehr Per­so­nen, wie die „Surfs­ide Fami­ly Suite“ mit Nischen für die Kin­der oder das über drei Decks gehen­de „Fami­ly Town­house“. Mit wei­ßem Zaun und eige­nem Brief­kas­ten. Die Vor­schuss­lor­bee­ren sind schon jetzt üppig für Royals neu­es Flagg­schiff. Die Icon of the Seas ist das meist­ver­kauf­te Pro­dukt in der Geschich­te der Ree­de­rei.

„Central Park“ wird größer als auf Oasis-Schiffen

In den nächs­ten Mona­ten wird sich das gigan­ti­sche Schiff wei­ter mit Leben fül­len. Ein cha­rak­te­ris­ti­sches Ele­ment blüht jedoch erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes rich­tig auf: Der „Cen­tral Park“ mit etwa 80.000 ech­ten Grün­pflan­zen und bis zu neun Meter hohen ech­ten Bäu­men wird bei einem Anlauf nach der Über­nah­me des Schif­fes im Herbst im spa­ni­schen Cadiz mit Leben gefüllt.

„Die Pflan­zen wur­den sechs Mona­te, bevor sie an Bord kom­men, dort her­an­ge­züch­tet und kön­nen auch erst dann an Bord kom­men“, erklärt Rai­mund Gschai­der beim Gang über das Deck, das aktu­ell von Stahl­ein­fas­sun­gen bestimmt wird, in denen spä­ter Bäu­me und Sträu­cher ihren Platz fin­den. Ins­ge­samt wird es vier­ein­halb Tage dau­ern, bis die Grün­an­la­ge mit allen Pflan­zen belegt ist. „Hier auf Icon haben wir noch ein­mal 50 Pro­zent mehr Pflan­zen, als auf den Oasis-Class-Schif­fen“, ver­deut­licht Gschai­der die Dimen­sio­nen.

Wei­te­re Hin­ter­grün­de vom Werft­be­such auf der Icon of the Seas lesen Sie in der kom­men­den Print-Aus­ga­be von Cru­ce­ro.

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