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Hurtigruten will die Pandemie hinter sich lassen

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Mit einem immensen Werbedruck bringt sich Hurtigruten schon seit Wochen wieder ins Gespräch des deutschen Publikums. Einreisen deutscher Urlauber nach Norwegen werden jedoch frühestens ab dem 20. Juli möglich sein.

Sicher ist: Die Sehnsucht nach Fjordreisen ist groß. Das ist sie immer. Hurtigruten unterstreicht diese Sehnsucht mit einem Hinweis auf die aktuelle Nachfrage, die deutlich zeige, „dass die Reiselust der Gäste da ist“. Die Buchungen im ersten Quartal seien ein sehr positives Zeichen für ein Comeback der Reisebranche nach der Pandemie. Sowohl die Buchungen der Expeditions- als auch der Postschiffreisen für 2022 liegen derzeit 45 Prozent über den Buchungen für 2020 zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2019, meldete Hurtigruten jüngst.

Seit Januar 2021 sind bereits fünf Schiffe im Einsatz, ab Juli sollen alle sieben Schiffe der „Hurtigruten – Das Original“-Flotte wieder fahren: MS Nordlys startet am 4. Juli ab Bergen, MS Nordnorge folgt am 10. Juli. Während der gesamten Pandemie haben die Hurtigruten Schiffe ihren ursprünglichen Auftrag erfüllt und waren an der norwegischen Küste im Einsatz. „Dadurch konnten die Güterversorgung und der lokale Transport für die Menschen an der Küste Norwegens durchgehend sichergestellt werden“, so Hurtigruten.

Vor nicht ganz einem Jahr war die Situation jedoch eine grundsätzlich andere. Ganz Norwegen war mit Hurtigruten plötzlich sehr unzufrieden. Der Grund: Eine Corona-Infektion an Bord der Roald Amundsen und ein nach Lage der Dinge offenbar als versuchte Vertuschung zu bewertender Vorgang.

Die Folge war nicht nur ein PR-Desaster für Hurtigruten in dessen Folge sich der CEO Daniel Skjeldam im Norwegischen Fernsehen öffentlich für den Fehler entschuldigen musste, sondern auch eine Verschärfung der Regeln für Kreuzfahrten nach Norwegen. Seit August 2020 ist es wegen Restriktionen der norwegischen Regierung praktisch keinem Kreuzfahrtschiff erlaubt, in norwegische Fjorde zu fahren. Dieser Kreuzfahrtbann gilt auch derzeit noch.

Für Hurtigruten scheint diese Krise in der Krise aber überwunden. Bereits im Oktober spaltete sich das Unternehmen in einen Expeditions-Organisation mit zukünftig acht Schiffen und eine Postschiff-Organisation mit sieben Schiffen. Die (Versorgungs-)Reisen entlang der norwegische Küste wird sich Hurtigruten allerdings nach einer Ausschreibung der norwegischen Regierung mit vier Schiffen der neu gegründeten Reederei Havila Kystruten teilen müssen.
Und im Expeditionsbereich wird die Zahl der Mitbewerber größer.

Insofern war es vermutlich eine gute Entscheidung, sich in zwei Gesellschaften aufzuteilen. Allerdings hat man nun in beiden Organisationseinheiten eine Wettbewerbssituation. Konnte man sich früher darauf verständigen, keine Kreuzfahrten, sondern Seereisen anzubieten, könnte diese Haltung möglicherweise bald zu Verständnisproblemen bei Kunden führen.

Die Ankündigung, dass ab Juli alle sieben Schiffe von Hurtigruten wieder im Linienverkehr auf der klassischen Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes im Einsatz sind, klingt nach Aufbruch. Und es ist sicher richtig, das in diesem Sommer die norwegischen Reiserestriktionen gelockert werden – aber ob auch deutsche Gäste dann „die schönste Seereise der Welt“ wieder erleben können, steht so eindeutig noch nicht fest. Mit Stand von heute, 31. Mai, ist Deutschland aus norwegischer Sicht immer noch Risikogebiet. Eine Einreise hätte eine 10-tägige Quarantäne zur Folge. Bis Ende Juli kann sich das ändern, insbesondere wenn die Entwicklung der Infektionszahlen weiter rückläufig bleibt.

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