Coronavirus – Das sollten Sie jetzt wissen

Reiserecht-Kolumne von Kay P. Rodegra

Das Coro­na­vi­rus hat die Tou­ris­mus­bran­che fest im Griff. Vie­le Urlau­ber möch­ten ihre bereits gebuch­ten Kreuz­fahr­ten stor­nie­ren. Umge­kehrt haben zahl­rei­che Rei­se­ver­an­stal­ter Kreuz­fahr­ten abge­sagt. In sol­chen Fäl­len gibt es zwi­schen Urlau­bern und Rei­se­ver­an­stal­tern regel­mä­ßig Streit dar­über, ob Stor­no­kos­ten bei einem Rück­tritt des Kun­den anfal­len oder ob ein Rei­se­ver­an­stal­ter eine Rei­se ent­schä­di­gungs­los absa­gen kann.

Kommt es nach der Buchung einer Kreuz­fahrt an den Rei­se­zie­len ent­lang der Rou­te oder in unmit­tel­ba­rer Nähe zu unver­meid­ba­ren, außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­den, die die Rei­se erheb­lich beein­träch­ti­gen oder gefähr­den, kann der Rei­se­kun­de kos­ten­frei vom Rei­se­ver­trag zurück­tre­ten.
Im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch wird bei sol­chen Ereig­nis­sen auch von höhe­rer Gewalt gespro­chen. Sol­che Situa­tio­nen kön­nen bei­spiels­wei­se durch Natur­ka­ta­stro­phen (z.B. Stür­me, Erd­be­ben, Vul­kan­aus­brü­che u.a.), Krie­ge oder kriegs­ähn­li­che Hand­lun­gen, mas­si­ve Ter­ror­an­schlä­ge, Reak­tor­un­fäl­le oder auch Epi­de­mien bzw. Pan­de­mien ent­ste­hen.
Es han­delt sich also um ein Ereig­nis, das nicht aus der Risi­ko­sphä­re des Rei­se­kun­den oder des Rei­se­ver­an­stal­ters kommt. Ein Indiz für das Vor­lie­gen eines unver­meid­ba­ren, außer­ge­wöhn­li­chen Umstan­des ist eine Rei­se­war­nung des Aus­wär­ti­gen Amts oder auch der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO).
Tritt der Kun­de aus die­sem Grund vom gebuch­ten Urlaub auf dem Was­ser zurück, hat er Anspruch…

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